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Emilie Flöge-Preis

Wer kennt es nicht, jenes berühmte Gemälde von ihr aus dem Jahr 1902 des Malers Gustav Klimt dessen Lebensgefährtin und Muse sie war. Auf Leinwand verewigt, bleibt sie der Nachwelt wohl für immer erhalten. Doch was verbirgt sich hinter ihrer interessanten Erscheinung?

Emilie Louise Flöge war nicht nur österreichische Modeschöpferin und Designerin, sondern auch Unternehmerin. Am 30. August 1874 als Tochter eines Meerschaumpfeifenfabrikanten und Drechslermeisters geboren, erlernte sie zunächst den Beruf der Schneiderin. Im Jahre 1904 eröffnete sie gemeinsam mit ihrer Schwester Helene auf der Mariahilfer Straße in Wien den, von Josef Hoffman im Jugendstil entworfenen, Couture Salon "Schwestern Flöge". Sie entwarf und präsentierte Modellkleider, die den Modegeschmack der Wiener Werkstätten widerspiegelten.
Berühmte Modeschöpfer wie Coco Chanel und Christian Dior traf sie auf ihren Reisen nach London und Paris und informierte sich über die neuesten Modetrends ihrer Zeit. Bis zu 80 Schneiderinnen beschäftigte sie in ihrer erfolgreichsten Zeit, um ihre Kreationen in die Tat um zu setzen. So wurde ihr Modesalon über die Jahre hinweg zum Zentrum der modebewussten Gesellschaft.
Ein revolutionärer Vorstoss war ihr "Reformkleid", für das neben Gustav Klimt und Josef Hoffmann auch Kolo Moser und Eduard Josef Wimmer-Wissgrill Entwürfe lieferten. Die Idee dahinter - für die damalige Zeit ein wohl in jeder Hinsicht neuer und gesundheitsbewusster Gedanke – Frauenkörper von der Enge des Korsetts zu befreien. 1898 erstmals propagiert, konnte es sich zunächst nicht durchsetzen, fand jedoch bis zum Jahr 1910 gesundheits-bewusste Trägerinnen.
Mit Gustav Klimt verband sie wohl nicht nur eine lebenslange Freundschaft, denn Experten vermuten, dass Klimt auf seinem berühmtesten Bild „Der Kuss“ sich selbst und Emilie Flöge dargestellt hatte. Diese Vermutung entbehrt allerdings jeglicher Bestätigung.
Was die beiden jedoch mit Sicherheit verband, war ihre Liebe zu der Region des Salzkammerguts – am Attersee verbrachte man die Sommerfrische.
1938 ein Schicksalsjahr – auch für Emilie Flöge. Österreichs Anschluss an das Dritte Reich zwang sie zur Schließung ihres Salons. Sie verlor ihre wichtigsten Kunden und arbeitete fortan in ihrem Wohnhaus Ungargasse 39. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges verbrannte hier nicht nur ihre wertvolle Trachtensammlung, sondern auch kostbare Gegenstände aus dem Klimt-Nachlass.
Sie verstarb am 26. Mai 1952 und erhielt ein Ehrengrab am Evangelischen Friedhof in Wien Simmering.

Marlen Tostmann, die Begründerin der Firma, verbinden mit Emilie Flöge bis zum heutigen Tag noch schöne Erinnerungen. Hatte sie doch die Freude jene faszinierende Frau als Jugendliche persönlich kennen zu lernen. So ist der „Emilie Flöge Preis“ unsere Hommage an eine der wohl außergewöhnlichsten und charismatischsten Persönlichkeiten der Wiener Bohème des Fin de siècle.

Konrad Mautner-Preis

Konrad Mautner wurde am 23. Februar 1880 in Wien als Sohn des jüdischen Großindustriellen Isidor und seiner Frau Jenny geboren. Vater Isidor hatte ein über die ganze Habsburger-Monarchie greifendes Textilimperium erschaffen und sich als Pfleger, Sammler und Förderer der Volkskultur einen Namen gemacht. Die Gründung des 1. Österreichischen Heimatwerks ist indirekt auf sein Wirken zurück zu führen. Mutter Jenny war eine kunstinteressierte Mäzenin. Wenig verwunderlich also, dass man den insgesamt vier Kindern eine künstlerische Erziehung durch die beiden Maler Josef Breitner und Ferdinand Schmutzer angedeihen ließ.
Konrad Mautner besuchte das Schottengymnasium und leitete nach einem Auslandsstudienjahr in den Vereinigten Staaten gemeinsam mit seinem Bruder Stephan das väterliche Unternehmen in Wien, das zu der damaligen Zeit zu den größten europäischen Textilkonzernen Europas mit ca. 23.000 Beschäftigten in seiner Blütezeit zählte.
Die meiste Zeit jedoch zog es ihn nach Gössl im Salzkammergut, einer Gegend von Jugendtagen an vertraut, verbrachte die Familie doch seit 1894 ihre Sommerfrische in dieser ländlichen Region.
Als 28-Jähriger schrieb er in einer Karte "wäre doch lieber Veit-Knecht und dürft schoen gemuethlich in der Veit-Kuchl sitzen." Das Bergvolk aus dem steirischen Salzkammergut hatte es ihm stets mehr angetan, als die Welt der Großen und Mächtigen.
Sein Vater kaufte ihm schließlich das kleine Kanzler-Haus und Konrad Mautner konnte sich voll und ganz volkskundlichen Forschungen widmen. Im Jahr 1909 heiratete er schließlich seine Frau Anna und legte mit Unterstützung u.a. seines ehemaligen Cellolehrers Alexander Fimpl eine umfangreiche Liedsammlung an.  
Konrad Mautner erkrankte schließlich schwer an Magenkrebs und verstarb am 15. Mai 1924. Sein Vermächtnis ist jedoch bis zum heutigen Tage in Form zahlreicher Publikationen erhalten geblieben. Das "Steyerische Raspelwerk: Vierzeiler, Lieder und Gasslreime aus Gössl am Grundlsee", das seit seinem Erscheinen im Jahre 1910 ebenso eine bibliophile Kostbarkeit als auch bis heute eine gesuchte Rarität im Bereich der Liederbücher darstellt. Hatte Konrad Mautner doch seinerzeit die kleinformatigen Notenblätter in den Maßen 8 x 12 cm in liebevoller Kleinarbeit mit der Hand geschrieben und  mit Miniaturen bemalt.

Ohne Konrad Mautners Liebe zur Volkskunde wäre vieles für die Nachwelt für immer verloren gegangen. So gilt er auch heute – Jahre nach seinem Tod - als bedeutender Volkskundler und insbesondere Volksliedsammlers des österreichischen Salzkammerguts.

Der "Konrad Mautner Preis" ist unser Dank an den Mann, der es sich zeitlebens zur Aufgabe gemacht hat, ein Stück österreichischer Tradition zu erforschen und am Leben zu erhalten.